"Habt ihr schon einmal über die Idee von "Schockfotos" auf Fleischverpackungen nachgedacht?"

Hier gibt´s ein paar Infos und die Meinung einer Redakteurin!

Fleisch - ob zur Grillsaison oder als Weihnachtsbraten - ist ein tödliches tierisches Produkt. Ein großer Anteil des in unserem Land konsumierten Fleisches stammt aus Massentierhaltung. Doch inwiefern sollten Menschen zur Aufklärung diesbezüglich gezwungen werden? Brauchen wir auf den Verpackungen von Fleisch aus Massentierhaltung "Schockfotos" nach dem Vorbild von Zigarettenverpackungen?

Gäbe es solche sogenannten "Schockfotos", so würden sie genau das bewirken: einen Schock. Was genau man abbildet, müsste man sich überlegen, doch grausam und erschütternd wäre es allemal. Problematisch könnte in diesem Zusammenhang sein, dass auch Kinder diese Fotos betrachten würden. Wie reagieren sie wohl? Oder könnten sie überhaupt verstehen, was dort dargestellt wird? Im Vergleich sind Zigaretten ein Produkt, welches ausdrücklich nur an Erwachsene verkauft wird, sodass eigentlich nur diese einen Blick auf die "Schockfotos" werfen sollten. Doch bei Fleisch wäre das anders, denn ob im Supermarkt oder im heimischen Kühlschrank - vor Verpackungen mit "Schockfotos" machen Kinderaugen nicht Halt. Die Auswirkungen dessen hätten wahrscheinlich mit Angst und Schrecken bei den Kindern zu tun. Und außerdem könnte ihnen der Appetit auf Fleisch vergehen.

Doch dies trifft nicht nur auf Kinder zu, auch Erwachsene reagieren vielleicht betroffen und verspüren möglicherweise ein Ekelgefühl. Auch dies könnte den Appetit verderben. Für die begeisterten Fleischkonsumenten wäre es gewiss ein dramatischer Nachteil, sollten grausame Bilder ihnen ihren Fleischkonsum schlechtmachen. Unter Umständen sind einige Menschen so schockiert, dass sie das Fleisch aus Massentierhaltung mit dem "Schockfoto" auf der Verpackung gar nicht mehr kaufen und konsumieren möchten. Für fleischproduzierende Betriebe wäre dies umsatzschädigend.

Ein weiteres Argument gegen diese "Schockfotos" bezieht sich auf die Tiere. Meiner Auffassung nach haben diese, schließlich atmen und leben sie wie wir Menschen, eine Würde. Wird ihnen diese Würde genommen, wenn man die Tiere in all ihrem Leid und ihrer Qual kurz vor ihrem grausamen Tod ablichtet, um mögliche Konsumenten vom Kauf ihres Fleisches abzuhalten? Oder sind es diese Bilder wert, da sie Augen für die Schrecklichkeit in der Massentierhaltung öffnen sollen? 

Ich denke, sie sind es auf jeden Fall wert! Diese "Schockfotos" können dazu beitragen, dass es zu mehr Aufklärung bezüglich Massentierhaltung kommt. Besonders wenn man an Kinder denkt, sollte man diese Aufklärung nicht versäumen, denn sie werden erwachsen, in Zukunft werden sie die Großen sein. Sieht ein Kind ein sogenanntes "Schockfoto", so sollten seine Eltern, allein zum Schutz ihres Kindes, erklären, was es mit dem Gezeigten auf sich hat. Wenn Kinder alt genug sind, selbst zu begreifen, was sie dort sehen, dann werden sie sich eine Meinung bilden - eine Meinung geprägt von grausamen, aber wahrheitspiegelnden Bildern, und nicht vom Wegsehen und Augenverschließen. Für mich klingt das nach Kindern mit einer Meinung, welche die Zukunft verbessern kann. Vielleicht kommt es ähnlich wie bei den Zigaretten: Durch die Bilder fangen einfach weniger junge Menschen an mit dem Konsum.

Diese Aufklärung sorgt nicht nur bei Kindern für ein Verständnis des Themas und eine Sensibilität für das Leid der Tiere in Massentierhaltung, sie bedeutet auch mehr Aufmerksamkeit. Diese Aufmerksamkeit kann wiederum genutzt werden, um auch bei Erwachsenen etwas zu verändern. Sieht man auf vielen Fleischverpackungen diese "Schockfotos", so ist das Problem der Qualen der Tiere dauerhaft präsent. Fleisch zu kaufen, ohne dessen Herkunft und Hintergründe zu kennen, könnte fast unmöglich werden. Und Aufmerksamkeit, so meine Erfahrung, kann man immer gut für weitere Aufklärung nutzen.

Sowohl diese Aufklärung als auch ein wahrscheinlich beim Betrachten der "Schockfotos" entstehendes schlechtes Gewissen könnten den Konsum von Fleisch, beziehungsweise von Fleisch aus Massentierhaltung, in Deutschland reduzieren. Im Endeffekt wäre dies nicht ausschließlich für die Tiere gut, auch für die Menschen, denn oft werden Tiere in großen Mastbetrieben mit Antibiotika behandelt. Doch vor allem ist es furchtbar, wie es den Tieren geht. Und dies könnte sich ändern, wenn sogenannte "Schockfotos" auf den Verpackungen von Fleisch aus Massentierhaltung eingeführt würden. Wir brauchen diese Art den Schockierens, da bin ich sicher!

Nicht zuletzt brauchen wir "Schockfotos", weil viele Menschen bezüglich Massentierhaltung gern wegsehen. Der Zwang durch diese Bilder, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, ist gut. Er sorgt dafür, dass jeder die Wahrheit erfährt, auf einem Wege, der bestimmt schockiert und vielleicht schmerzt, doch ich bin überzeugt, das ist richtig so. Fleischkonsum bedeutet Verantwortung, und die sollte niemand von sich schieben können, wie sehr er oder sie es auch mag.

Wenn euch das Thema interessiert, dann kann ich euch, sofern ihr mindestens 14 Jahre alt seid, noch zusätzlich diese Videos auf YouTube empfehlen. Mich haben sie informiert, darüber hinaus jedoch auch sehr getroffen. Schaut sie euch nicht allein an, seid vorbereitet auf diese grausamen Aufnahmen und schaut die Videos nicht einfach mal so zwischendurch an, sondern nehmt euch auch danach Zeit, mit jemandem gemeinsam das Gesehene zu verarbeiten und darüber zu sprechen!

Experiment: So reagieren Passanten aufs Tiere-Schlachten | Quarks - YouTube

Tiere töten & essen - Hannah im Schlachthof - YouTube


Übrigens: Die beiden niedlichen Kühe auf dem Foto sind ehrlich gesagt zwei glückliche Milchkühe auf einem Biobauernhof. Es sind keine Tiere aus der fleischproduzierenden Idustrie oder aus Massentierhaltung... Aber vielleicht ändert es ja etwas an eurer Einstellung, wenn ihr die zwei hübschen Damen da so zufrieden seht :)

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