"Ein sommerlicher Ausflug - in Gedanken ... "

Traumreise zum Entspannen

Kennt ihr diese Momente, in denen man einfach viel zu angespannt ist? Ich weiß oft gar nicht so recht, woran es liegt, oder was mich stresst, mein Körper und mein Kopf sagen mir dann einfach ziemlich deutlich: "Jetzt aber eine Pause, bitte!". Und um die Pause besonders gut genießen zu können, hilft mir manchmal eine kurze Meditation oder eine einfache Gedankenreise. Habt ihr sowas schon mal ausprobiert? Es ist echt schön und beruhigend, gar nicht so esoterisch kartenlegerisch wie es klingt... ;)

In diesem Artikel habe ich deshalb spontan eine Traumreise aufgeschrieben, die mich persönlich immer sehr glücklich und ausgeglichen macht, weil ich mich ganz auf die Vorstellung der beschriebenen Orte konzentriere und gar kein Platz mehr für belastende Gedanken und Sorgen bleibt. Probiert gern auch einmal aus, ob euch diese Gedankenreise gut tut. Ihr könnt sie euch von einem lieben Menschen vorlesen lassen und dabei die Augen schließen, oder ihr lest selbst und macht bei jedem Absatz eine kurze Pause, um den Gedanken nachzuspüren. Irgendwann reicht auch eure Vorstellungskraft allein aus und ihr werdet den Text gar nicht mehr brauchen. Viel Spaß :)

"Setze dich entspannt an einen gemütlichen Ort. Du kannst dich auch in eine Decke einkuscheln, dieser Platz darf drinnen oder draußen sein, achte einfach darauf, dass du in den nächsten Minuten ungestört sein wirst. Konzentriere dich nun auf deine Atmung. Atme langsam und tief durch die Nase ein. Und atme ruhig und lang durch den Mund wieder aus. Atme erneut tief und gelassen ein und halte den Atem einen Moment, bevor du langsam ausatmest. Schließe mit der nächsten Einatmung deine Augen. Spüre, wie die Luft, die du atmest, deine Lieder schwer macht und es dir ganz leicht fällt, sie entspannt zu schließen. 

Halte einen Augenblick inne und genieße die Dunkelheit hinter deinen Augenliedern, die dir in den nächsten Minuten so viel Raum für Fantasie schenken wird. Und dann stell dir vor, wie die Sonne in dein Gesicht scheint. Ihre Strahlen streifen sacht deine Haut, sie wärmen deine Wangen und streicheln deine Stirn. Ein leichter Windhauch flieht durch dein Haar, es fällt in dein Gesicht und berührt sanft deine weiche Haut. Du spürst den Windhauch auf deinen Lippen, er kühlt dein sonnengewärmtes Gesicht angenehm. 

Spüre weiter in deinen Körper hinein. Auch deine Schultern und deine Arme werden von der Sonne gewärmt. Sie hinterlässt ein angenehmes Gefühl auf deiner Haut, es fühlt sich ganz weich und wohlig an. Sie schützt dich, die Sonne, mit ihrem Licht, das du selbst durch deine Augenlieder erahnen kannst, mit ihrer Wärme, die dich umgibt, und mit ihrer Ausstrahlung, die dich fröhlich macht und dir wunderbare Augenblicke ermöglicht. Die Sonnenstrahlen treffen auch deinen Rücken, deinen Bauch, deinen Po, deine Beine und deine Füße. Sie umfangen deinen ganzen Körper liebevoll mit Wärme und Licht, mit Geborgenheit. 

Deine Zehenspitzen berühren etwas Weiches, Nachgebendes: Moos. Du sitzt auf einem weichen Waldboden, moosbedeckt und gemütlich, wie ein kuscheliger Teppich, der dir einen Platz zum Verweilen anbieten mag. Die Zehen tasten nach dem sanften grünen Boden, sie fühlen sich hinein in die natürliche Oberfläche, fantasieren, wieviel Leben sich unter diesem weichen Waldboden regt und wie schön die Natur diesen Platz im weichen Moos für dich gestaltet und zurechtgemacht hat. Versuche, dein Gefühl damit in Gedanken zu benennen. Und sei dankbar für deine Möglichkeiten, die Welt mit all deinen Sinnen erfassen zu können. Denn wenn du richtig achtgibst, dann fühlst du nicht nur den samtigen Boden unter deinen Zehen, die warmen Sonnenstrahlen auf deiner Haut und den sachten Windhauch um deinen Körper. 

Du kannst auch das Zwitschern der Vögel hören. Höre genau hin, spüre, wie ihr Gesang tief in deine Wahrnehmung dringt. Sie sind fröhlich, diese Vögel - singen ihre Liedchen und genießen ihren Wald. Stell dir vor, wie sie in den Baumkronen sitzen, wie sie zwischen den Ästen fliegen, ihre harmonischen Töne verschenken. Genieße es. Genieße das Vertrauen der Natur in dich, dir ihre besonderen Seiten zu zeigen.

Weiter entfernt kannst du das Rauschen von Wasser wahrnehmen. Leises, sachtes Plätschern, das sich mit dem Rauschen der Blätter in den Baumkronen zu einem wohltuenden Geräusch vermischt. Versuche, dir dieses Rauschen auch bildlich vorzustellen: Dort, ein paar Schritte von deinem moosbewachsenen Plätzchen, gibt es einen kleinen Bach. Bestimmt hat er ein Ufer mit moosigen, glitschigen Steinen. Stell dir einmal vor, wie deine Zehenspitzen über diese Oberfläche tasten würden. Das kühle Wasser würde sie umspielen, du würdest ein Teil des Plätscherns werden mit deinen Schritten zwischen kristallklarem Wasser und moosigen Steinen. Und da - konntest du da nicht gerade das Quaken einer Kröte hören? 

Wenn du dich gut konzentrierst, dann bemerkst du noch viel mehr: Den Geruch des Waldes etwa, der sich mit seinem modrigen, aber angenehm würzigen Aroma um dich ausbreitet. Lass dich darauf ein, in diesem Geruch die einzelnen Bestandteile zu erspüren. Die Veilchen, welche ihren blumigen, mädchenhaften Duft ausstrahlen. Der nahgelegene Bach mit seinem frischen Wasser und den feuchten Ufern. Wenn du dich gut konzentrierst, dann kannst du sogar die Streuobstbäume auf der Lichtung einige Schritte weiter riechen. Im Herbst werden sie volle, runde Birnen tragen. Überlege einen Moment still, welche Düfte du noch wahrnimmst an diesem ruhien Platz auf dem Waldboden.

Versuche nun, dir vorzustellen, wie du deine Augen öffnest. Tue es nicht wirklich, stell es dir nur vor. Was siehst du? Du siehst einen Wald mit saftgrünen Blättern um dich herum, die Sonnenstrahlen, die du auf deiner Haut gespürt hast, fallen als warme Lichtkegel zwischen dem Kronendach der Bäume hindurch und tauchen deine Umgebung in ein sanftes, harmonisches Licht. Du kannst die weiß melierten Stämme von Birken entdecken, deren Äste sich tief hinabneigen und ein Dach über den Gräsern am Fuße der Bäume bilden. Dann sind da starke Buchen mit ihrer graubraunen glatten Rinde und knorrige Eichen, die dir eine jahrtausendealte Geschichte erzählen möchten. Linden mit herzförmigen Blättern, immergrüne Nadelbäume, die sich selbst von den kalten Stürmen des Winters nicht unterkriegen lassen...

An dem Bach, den du bisher nur plätschern gehört hast, steht eine Weide. Stell dir vor, wie sie ihre Zweige so tief hinabhängen lässt, dass die untersten Blätter sacht die Wasseroberfläche streifen. Fokussiere dich auf diesen Augenblick, nimm mit allen Sinnen wahr, wie die Natur eine fantastische Welt um dich herum formt, um dich mit Entspannung und Ausgeglichenheit zu erfüllen.

Plötzlich bemerkst du ein Rascheln - ein Knirschen von Ästchen auf dem Waldboden - ein weiches Nachgeben des Mooses durch Schritte - Hufe. Im Schatten der Weide kannst du ein Reh entdecken. Es beugt sich hinunter zum Bach, um zu trinken. Versuche, dich ganz still zu verhalten, um es nicht zu erschrecken. Genieße den Augenblick der Stille, in dem du einzig Beobachter dieser ganz natürlichen Szene bist. Schenke dem flinken Tier die Ruhe, Intimität und Geborgenheit, die du von dieser Reise durch die Natur mitgenommen hast. Und dann, öffne deine Augen, lasse den moosigen Boden, die warme Sonne, den plätschernden Bach, die sich im Wind wiegenden Bäume und das trinkende Reh in deiner Fantasie zurück und bedanke dich in Gedanken bei ihnen für ihre liebevolle Anwesenheit und Ruhe. 

Finde zurück in den jetzigen Moment und bewege einmal alle Teile deines Körpers ganz bewusst: Die Arme, die Finger, die Beine, die Zehen, den Rücken, den Kopf und den Brustkorb. Schön, dass du dir Zeit genommen hast für diese hoffentlich entspannende Gedankenreise in deine eigene Fantasie :)"

Ich hoffe sehr, ihr konntet etwas entspannen bei dieser Traumreise und euch eine kurze Pause von eurem Alltag gönnen. Dankeschön für euer Vertrauen, diesen Weg in Gedanken mitzugehen, ich wünsche euch noch ganz viel Zuversicht und Erholung heute, macht´s gut und nehmt euch immer wieder mal ein bisschen Zeit für euch selbst!

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