Stolpersteine putzen rund um unsere Schule
In Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus
Würdest du gerne am 9. November etwas tun, um der Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken? Dann bist du hier genau richtig! Als Demokratie-AG laden wir dich ein, mit uns Stolpersteine um unsere Schule herum zu putzen. Du brauchst keine Vorkenntnisse oder Materialien, sondern musst nur am 9.11.2026 um 15:15 Uhr auf den Schulhof vorm M-Bau kommen und etwas Zeit mitbringen. Zusammen werden wir uns dann auf den Weg machen, die Stolpersteine zu putzen.
Falls du nicht genau weißt, was Stolpersteine sind oder warum wir diese ausgerechnet am 9.11. putzen wollen, aber dennoch Lust hast, mitzuhelfen, folgt hier eine kleine Aufklärung zum Thema.
Der 9. November ist einer der ereignisreichsten Tage in der deutschen Geschichte, weswegen er auch „Der Schicksalstag der Deutschen“ genannt wird. Neben der Ausrufung der ersten Deutschen Republik 1918 und dem Fall der Berliner Mauer 1989, passierten um den 9.11.1938 die Novemberpogrome, besser bekannt als Reichspogromnacht. In dieser Nacht wurden in ganz Deutschland jüdische Geschäfte und Synagogen niedergebrannt und zerstört. Über 1500 Menschen sind gestorben und rund 30.000 wurden in Konzentrationslager deportiert. Dieses Ereignis gilt als Vorbote für die folgende systematische Verfolgung, Unterdrückung und Ermordung von europäischen Juden und gilt als einer der dunkelsten Tage in der deutschen Geschichte. Gerade in Zeiten, in denen Hass und Unterdrückung wieder an Popularität gewinnen, ist es wichtiger denn je, sich daran zu erinnern, was passieren kann, wenn wir diesen Hass an die Macht lassen, um aus unserer Geschichte zu lernen. Um der Opfer dieser Nacht, aber auch der Opfer des Holocausts im Generellen zu gedenken, wollen wir mit dir Stolpersteine putzen gehen.
Die Stolpersteine selbst sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig. Die kleinen viereckigen Gedenksteine aus Messing sind vor den Häusern, in denen die Opfer des Nationalsozialismus zuletzt freiwillig gelebt oder gearbeitet hatten, auf dem Boden angebracht. Auf ihnen sind Informationen wie der Name, das Geburtsjahr, der Deportationsort, das Datum der Deportation (falls vorhanden) und Infos zur Ermordung des Opfers zu finden. Die Steine dienen als alltägliche Erinnerung an die Opfer, ohne sie dabei auf eine Nummer zu reduzieren. Auch wichtig ist, dass die Steine nicht nur der Menschen mit jüdischem Glauben gedenken, sondern auch anderer Gruppen, die von den Nationalsozialist*innen verfolgt und ermordet wurden, wie zum Beispiel queere Menschen, Menschen mit Beeinträchtigung oder Menschen, die geholfen haben, indem sie beispielsweise verfolgte Menschen in ihren Häusern versteckt haben, genau wie Sinti und Roma oder politisch Verfolgte. Mittlerweile gibt es allein in Deutschland ungefähr 70.000 Stolpersteine, 784 davon sind in Wiesbaden und das, obwohl noch längst nicht alle Opfer des Nationalsozialismus so verewigt wurden. Da diese Steine über die Zeit so dreckig werden können, dass man sie kaum noch entziffern kann, wollen wir sie mit euch wieder zum Strahlen bringen, in der Hoffnung, dass sie so mehr Menschen auffallen!
Also falls euer Interesse geweckt sein sollte und ihr am 9.11.2026 um 15:15 Uhr Zeit habt, kommt zu uns auf den Schulhof vorm M-Bau. Wir freuen uns auf euch!
- Geschrieben von:
- Timber Rindfleisch
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- Demokratie-AG