"Ein Semester in Portland!"

Individuelles Austauschprogramm mit den USA: August - Dezember 2021

Portland 2021Ende August 2021 begann meine Reise nach Portland, Oregon. Portland ist die größte Stadt im Bundesland Oregon und liegt im pazifischen Nordwesten Amerikas. Auf der Hinreise bin ich von Frankfurt nach San Francisco geflogen und von dort aus weiter Portland. Bei der Ankunft dort, holte mich meine Patentante und ihr Sohn am Flughafen ab. Ich kam fünf Tage vor Schulbeginn an – so konnte ich mich etwas akklimatisieren und meine Gastfamilie mir noch etwas von Portland und Umgebung zeigen.

 

Am ersten September hatte ich meinen ersten Schultag an der Ida B. Wells High School. Das Schulgelände war sehr groß im Vergleich zu den Schulen in Wiesbaden. Neben dem Hauptgebäude gab es noch ein Footballfeld mit großen Tribünen und einer Rennstrecke sowie ein Außenschwimmbad, eine große Turnhalle und mehrere Tennisplätze. Ungefähr 1700 Schüler (Jahrgänge 9-12) gehen dort zur Schule, darunter in dem Halbjahr nur sieben Austauschschüler.

 

Wie alle Schüler, durfte ich mir neben drei Pflichtfächern meinen Stundenplan ziemlich frei selbst zusammenstellen. Dabei hatte ich etwa 130 Kurse zur Auswahl und fünf Wahlfächer aussuchen. Ich habe mich für Anatomy (Anatomie), Forensic Science (Forensische Wissenschaft), US History (US Geschichte), Ceramics (Töpfern), Dance (Tanzen), AP Calculus (Mathe), Art (Kunst) und English (Englisch) entschieden.

 

Portland 2021Ich wollte unbedingt in der Zeit bei einer Mannschaftssportart mitmachen, da solche eine sehr zentrale Rolle im amerikanischem Schulleben spielen. Nach nur einem Probetraining wurde ich in die Volleyballmannschaft aufgenommen, obwohl ich noch nie zuvor Volleyball gespielt hatte. Es gab unterschiedliche Leistungsniveaus und fünfmal die Woche nach der Schule zweieinhalb Stunden Training. Schon ab der ersten Woche gab es auch zweimal die Woche Spiele – jeweils ein Heimspiel und ein Auswärtsspiel.  Mitschüler und Eltern kamen einfach als interessierte Zuschauer zu den Spielen. So feuerten uns begeistert jedes Mal andere Zuschauer an. Dadurch gab es in der Halle immer eine sehr positive und kameradschaftliche Atmosphäre.

 

Das Training und Spielen mit der Volleyballmannschaft waren absolut das Highlight meiner Zeit in den USA. Durch diese regelmäßige und intensive gemeinsame Zeit mit einer Gruppe von Mitschülerinnen, konnte ich deutlich schneller nette Kontakte schließen. Auch nach Saisonende im November verbrachte ich mit diesen Freundinnen meine Freizeit.

 

Im Oktober konnte man sich AGs, „Clubs“ genannt, aussuchen. Da Schüler schon in kleinen Interessensgemeinden solche Clubs selbst gründen konnten, gab es davon eine enorme Auswahl.  Von Clubs für Aktienanleger, Musikinteressierte, Vogelbeobachter, Astrologie-begeisterte, Ethnisch-kulturelle interessierte und Sozial-Engagement zentrierte – es war wirklich für jeden etwas dabei. Freundinne überzeugten mich mit ihrer Begeisterung für einige Themenfelder, die mir neu waren und so schloss ich mich der „Jewish Student Union“ (JSU) sowie dem SAFER Club (Students Active For Ending Rape) an.

 

Generell trafen sich diese Clubs einmal pro Woche in der Mittagspause und beschäftigten sich gemeinsam in der Zeit mit themen-relevanten Aktivitäten.

Z.B. haben wir im JSU typische Mahlzeiten gemeinsam zubereitet und gegessen.

 

Das Leben der meisten Schüler fand hauptsächlich in der Schule statt. Ich bin auch häufig nach dem Unterricht länger dortgeblieben, um mit Freunden in der Schulbibliothek Hausaufgaben zu machen oder, um die Mannschaftsspiele anderer Sportarten zu besuchen und die Mitschüler anzufeuern.

 

Portland 2021Was mir besonders an dem Bundesland Oregon gefallen hat war, dass in kürzester Zeit und Entfernung eine große Vielfalt an Naturangeboten erreichbar waren. Mit meiner Gastfamilie fuhr ich z.B. an einem Wochenende nach Pacific City an den Strand, welcher nur eineinhalb Stunden entfernt war. Im Winter sind wir auch noch zusammen in die Berge gefahren, wo auch schon Schnee lag und man hätte Skilaufen können. Diese Gegend befand sich auch nur eineinhalb Stunden außerhalb der Stadt Portland.

 

Insgesamt habe ich meine Zeit in Oregon sehr genossen und wäre gerne länger geblieben. Ich bin dankbar für die vielen schönen Momente, die ich dort erleben durfte und die netten Leute, die ich kennenlernen konnte. Durch meine Auslandserfahrung bin ich selbstständiger geworden und komme mit neuen Situationen schneller zurecht. Alleine aus diesem Grund lohnt es sich einen Austausch zu machen.

 

Jayna Duve, 11a