Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin

Leistungskurs Geschichte besuchte die deutsche Hauptstadt Berlin

LK Geschichte Brandenburger Tor.Vom 12. bis zum 15. April 2018 besuchte der Leistungskurs Geschichte (Q2) unter der Leitung von Herrn Weidauer die deutsche Hauptstadt Berlin. Ziel der Fahrt war eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Inhaltsfeldern des Kerncurriculums in Form einer Begehung authentischer Orte der deutschen Geschichts- und Erinnerungskultur. Schwerpunktmäßig wählten wir Museen und Erinnerungsorte aus, an denen die totalitäre, insbesondere die nationalsozialistische, Vergangenheit Deutschlands erfahrbar sind. 


Während die Schüler*innen und der Lehrer am 12. April vormittags noch die Schule besuchten, brachen sie mittags auf, um 10 Stunden später in Berlin anzukommen. Obwohl die Fahrt lang, die Ankunft spät und das Wetter uns nicht wohlgesonnen war, legten wir - ganz im Sinne der bewegten Schule – am ersten Ausflugstag bei strömendem Regen mehr als 20 Kilometer zu Fuß zurück. Neben zwei kürzeren Aufenthalten im Spionagemuseum sowie einer Sonderausstellung des Deutschen Historischen Museums zur Oktoberrevolution 1917 besuchten wir Gedenkstätten für verschiedene Opfergruppen des Nationalsozialismus sowie das erst 2014 im Vorfeld des 70. Jahrestages des Kriegsendes grundsanierte und neu vergoldete Sowjetische Ehrenmal im Tiergarten. Höhepunkt dieses Tages war der Besuch des Dokumentationszentrums „Topographie des Terrors“. Auf dem ehemaligen Gelände des Reichssicherheitshauptamtes, neben dem der längste erhaltene Abschnitt der Berliner Mauer zu sehen war, setzten die Schüler*innen sich mit der Rolle der Gestapo und SS innerhalb des nationalsozialistischen Unterdrückungsapparates auseinander.

LK Geschichte Ehrenmal Rote ArmeePünktlich brach der Leistungskurs auch am zweiten Ausflugstag auf, um zwei räumlich eher periphere, von ihrer historischen Bedeutung aber kaum zu überschätzende Erinnerungsorte aufzusuchen. Das deutsch-russsische Museum Karlshorst liegt genau in dem Gebäude, in dem am 8. Mai 1945 die bedingungslose Kapitulation vom Oberkommando der Wehrmacht unterschrieben wurde. Nachdem das Gebäude bis zur Gründung der DDR als Sitz der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland genutzt worden war, wurde ein „Museum der bedingungslosen Kapitulation des faschistischen Deutschlands im Großen Vaterländischen Krieg“ eröffnet, welches nach dem Mauerfall erneut umgewandelt wurde und nun unter gemeinsamer deutscher und russischer Trägerschaft an den deutschen Vernichtungskrieg gegen Russland erinnert. Nicht weniger beeindruckend war die anschließende Begehung der früheren zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit in Hohenschönhausen, durch welche uns ein ehemaliger Häftling führte.

Bewegt, erschöpft, aber auch motiviert, mehr über die deutsche Geschichte zu erfahren, kehrte der Kurs am Sonntag nach Wiesbaden zurück. Das Privileg dieser außerplanmäßigen Fahrt verdiente sich der Kurs, indem er ein Zeitzeugenprojekt zum fünfzigjährigen Bestehen des Gymnasiums am Mosbacher Berg durchführt."

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