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"Gemeinsam mehr Latein!"

Trierfahrt 2026

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Lateinfahrt 2026

Vom 09. bis 11. Februar 2026 begaben sich 25 Lateinschülerinnen und -schüler gemeinsam mit Frau Dettweiler und Herrn Weidauer auf eine Zeitreise in die älteste Stadt Deutschlands. Trier ist nicht irgendeine Stadt, sondern das Roma Secunda (das zweite Rom) der Antike. Nirgendwo sonst nördlich der Alpen ist die römische Baukunst so grandios und massiv erhalten geblieben wie hier. Für drei Tage tauschten wir das Klassenzimmer gegen die historischen Schauplätze aus, um Vokabeln und Grammatik durch körperliches Erleben zu ersetzen. 
 

Tag 1: Von Gladiatoren, Germanen und dem Gott der Karten 

Der erste Tag forderte direkt unsere Kondition: Ein iter magnum (Gewaltmarsch) führte uns zum Amphitheater, das einst Teil der Stadtmauer war. Hier übernahmen die Experten aus den eigenen Reihen das Ruder: Mitschüler führten uns durch die Ränge und die Katakomben und erläuterten anschaulich die Baugeschichte, eine weitere Gruppe von Schülerinnen erklärten die blutige antike Verwendung der Arena. Das nächste Highlight war die „Erlebnisführung“ in der Porta Nigra. Das „Schwarze Tor“ ist bis heute ein imposantes Zeugnis römischer Machtdemonstration. Wir durften dort unsere Grundausbildung zum Legionär antreten und widerliche Germanen mit Felsbrocken bewerfen. Davor hatten uns spannende Referate die Baugeschichte der Tors sowie das Verhältnis zu den barbarischen Nachbarn nähergebracht, bevor wir uns in der Jugendherberge stärken durften – Sauce Bolognese und ein reichhaltiges Salatbuffet füllten die Energiespeicher wieder auf. Das eigentliche Abendprogramm entwickelte sich jedoch spontan zum sozialen Highlight der Fahrt: Tagsüber bewegten wir die Beine, abends die Karten. Zahlreiche leidenschaftliche Spieler fanden sich zusammen. Es wurde „UNO“ gezockt, als ginge es um die Herrschaft im Imperium Romanum – bis zur Nachtruhe. 


Tag 2: Das Schulmotto wörtlich genommen 

Am Dienstag nahmen wir unser Schulmotto ernst: Wir bewegten unsere Beine und unseren Geist. In mehreren Etappen ging es über die Römerbrücke zu den Barbarathermen und den Kaiserthermen, weiter zur gigantischen Konstantinsbasilika und schließlich zum Dom. Das Besondere an dieser Tour: An jedem historischen Ort glänzten die Schülerinnen und Schüler mit hervorragend vorbereiteten Referaten und führten die Gruppe selbstständig durch die Geschichte. Den Abschluss bildete das Rheinische Landesmuseum, wo wir zwischen riesigen Mosaiken und Grabmälern die Geschichte der Stadt Trier und das römische Alltagsleben erkundeten. Nach einem weiteren kulinarischen Herbergsklassiker (Hähnchengeschnetzeltes) ging es in die zweite Runde des großen UNO-Turniers. Die Stimmung war heiter, und selbst hitzige Debatten über die Auslegung des Regelwerks konnten gütlich und diplomatisch beigelegt werden. 


Tag 3: Latein als Basis für Weltveränderer 

Jupiter Pluvius meinte es gut mit der Ernte, allerdings stellte der strömende Regen eine Herausforderung dar. Doch wir ließen uns nicht beirren und nutzten einen Omnibus. Der Abschluss führte uns zum Geburtshaus des berühmtesten Sohnes der Stadt: Karl Marx. Hier schlug die Gruppe einen eleganten Bogen zurück zu unserem Schulfach. Wo wurden die Grundlagen der gedanklichen Höhenflüge des einflussreichsten deutschen Intellektuellen der Neuzeit gelegt? Natürlich im humanistischen Lateinunterricht seiner Schulzeit. 

Mit dieser Erkenntnis und vielen gemeinsamen Erinnerungen im Gepäck kehrten wir an den Mosbacher Berg zurück. Es war ein einmaliges Erlebnis, das gezeigt hat: Latein ist lebendig – besonders, wenn man es in Trier (und beim UNO-Spielen) erlebt

Geschrieben von:
Rüdiger Jarzina
Geschrieben am:
Kategorien:
Latein
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